Prolog + 1.Kapitel

 

Prolog

 

Ihre Knie gaben nach und sie sank auf den kalten Boden. Die Tränen strömten ihr über die blassen Wangen, die Hände hielten sie nicht auf. Der Schmerz der Erkenntnis fraß sich in sie hinein wie eine besonders ätzende Säure. Nie in ihrem Leben hätte sie damit gerechnet, dass so etwas passieren konnte. Wie sollte sie auch, wenn all das hier noch nicht einmal wirklich mit ihr zusammenhing. Eine einzelne Träne tropften auf den Marmorboden. Eine Träne kann mehr bitteres Salz enthalten, als ein ganzer Ozean.

 

Kapitel 1

 

Seufzend ging ich auf das Schultor zu, dass vor mir mindestens 5 Meter in den Himmel ragte. Ich war die neue hier am Countin-Internat, das selten neue Schüler bekam. Warum, war mir nicht  so klar. Aber kaum sah ich die ganzen Mädchen, die ihre Haare über die Schultern schickten, sobald ein Junge an ihnen vorbeilief, wurde mir klar, dass hier niemand normal war; außer ich. Okay, vielleicht doch nicht  so ganz, aber zu dem erst später etwas, lasst mich erst erklären, was ich genau am Countin-Internat suche, dass weiter weg von Brooklyn lag, als dieser total unberühmte Staat Maine. Denn mein Wunsch war es nicht gewesen, hierher zu kommen, sondern den meiner Eltern. Oder noch genauer, den Wunsch meiner Großeltern. Denn die sind hier schon zu Schule gegangen und haben dann ihre Kinder dort hingeschickt. Ich soll quasi als älteste, meine jüngere Schwester ist gerade Mal 11, die Tradition vorsetzen. Manchmal kann eine Familie, die hoch angesehen ist echt stressen. Und stellt euch jetzt nicht  vor, ich bin eine dieser verwöhnten reichen Tussis, nein. Um genau zu sein bin ich nur zynisch und sarkastisch bis zum geht nicht  mehr. Doch immer in solchen Situationen schien mein Leben aus den Fugen zu geraten. Als würde sich ein Schlund auftun und mich verschlingen, weil … Entschuldigt bitte, ich wollte je erklären. Hmhm.

Außerdem werde ich total streng erzogen, muss immer auf Festivals und so mit, obwohl ich lieber zu Hause rumsitzen und zeichnen würde. Ich lerne jeden Tag französisch, weil meine Mutter meint, das würde ich noch brauchen. Und nein, ich habe keine neusten technischen Geräte, abgesehen von meinem PC und dem Handy, aber dafür habe ich eine andere Leidenschaft, die meiner Eltern zum Glück unterstützen: das Fechten. Okay, ich gebe es zu, dass es komisch klingt, aber wir lernen auch ein bisschen, wie wir uns ohne Degen wehren können. Also verurteilt mich nicht, weil ein Mädchen fechten geht. Es weiß sowieso nur meine Familie.

Na ja, hier auf dem Internat muss ich mich dann an einen gewissen Mr. With wenden. Laut meinen Eltern gibt er Fechtunterricht, der außerdem sehr anspruchsvoll sein soll. Na ja, und das ist meine Geschichte, wie ich hier ans Countin kam. Doch meine Knie wurden wackelig, als ich durch das große Schultor trat und den von Eichen und Linden gesäumten Weg entlangging. Der Schulhof war ein große, weitläufige Wiese mit vielen großen, Schatten spendenden Bäumen. Schon früh am morgen standen Schüler in Gruppen dort und unterhielten sich angeregt. Die Ferien waren gerade vorbei und Mädchen, die von ihren Eltern oder so wiederkamen, rannten aufeinander zu, kreischten und umarmten sich. Erwartet jetzt nicht  von mir, dass ich dasselbe tue, ich bin neu hier und stehe nicht so darauf mich an irgendwens Hals zu schmeißen und zu kreischen. Also versuchte ich schnurgerade weiterzulaufen und alle zu ignorieren, obwohl ich wusste, dass alle Blicke auf mir lagen. Geflüster hinter mir, Getuschel vor mir. Ich hasste zwar so etwas, aber biss dennoch die Zähne zusammen. Es nützte mir eh nichts, wenn ich jetzt irgendwelche bissigen Kommentare oder so loswurde. Und deswegen stierte ich einfach nur auf die große Eichentür zu, die ins Innere des Schulgebäudes führte. Als ich die Stufen hochging, erklang Gelächter von der linken Seite. Keine Mädchen sondern Jungs. Ich konnte nicht  anders und sah hin. Es waren fünf Jungs, alle so um die 17 oder schon 18. Doch einer stach hervor wie ein Feuer am Nordpol. Er trug seine schwarzen Haare wirr und mittellang, der oberste Hemdknopf war geöffnet und das schwarze Jackett ebenso. Die schwarzen, langen Hosen waren am Ende cool und lässig umgekrempelt. Er lachte und als er zu mir sah, durchbohrten mich smaragdgrüne Augen, die so klar waren, dass ich es kaum glauben konnte. Plötzlich war ein Lächeln wie aus seinem Gesicht gelöscht und die Blicke der anderen Jungs flogen zu mir. Während mich alle von oben bis untern taxierten krampfte sich meine Hand um das Geländer. In mir brach ein Sturm von Übelkeit los und es war, als würde Lava durch meine Adern strömen. Gefasst strich ich mir eine schwarze Strähne aus dem Gesicht und zog meine Tasche hoch, während sein Blick mir folgte. Ich fragte mich innerlich, ob meine Bluse hinter herausschaute oder ob ich einen Zettel hinten dran kleben hatte, doch ich wusste, dass nichts von all dem der Fall war. Vielleicht war er nur von einem neuen Gesicht überrascht, außerhalb der Aufnahmezeiten. Oder hatte er etwa… Nein, vollkommen unmöglich.

Dennoch beschleunigte ich meine Schritte und versuchte mich zu erinnern, wo die verdammte Aula war. Nach zwei weiteren Gängen, einem rechts und einem links, stieß ich beinahe mit einem Lehrer zusammen. Fast wäre ich zurückgestolpert und hätte „NEIN!“ geschrien, denn der Lehrer, der mir gegenüber stand sah aus wie der Junge an der Tür. Ich versuchte es mir gar nicht erst auszureden, er war auf jeden Fall sein Vater; oder ein naher Verwandter.

 „Entschuldigen sie“, sagte ich. Während ich meinen schwarzen Rock glatt strich „ich suche nur etwas.“ Langsam hob ich den Kopf, denn ich spürte, dass er mich von oben bis unten musterte. >>Wie der Vater so der Sohn<<, dachte ich mir. Plötzlich trat erkennen in seine Augen: „Du musst die Tochter von Janine und Eric sein. Willkommen am Countin. Und ich glaube zur Aula geht’s da lang. Er deutete geradeaus einen hell erleuchteten, hohen Gang entlang. „Oh, na dann.“ Ich drehte mich ruckartig um und lief schnurstracks in den hohen Flur hinein. Die rechte Seite bestand aus einer Durchgängigen Fensterfront die den Innenhof zeigte. In jeder Ecke stand ein großer Kirschbaum und in der Mitte war eine Feuerstelle. Drum herum standen Bänke und Tische aus Holz. Wie die, die man von Raststätten an den Küsten kannte. Ich blieb stehen und sah in die Ferne. Hügel erhoben sich vor mir und Taler mit weiten Wiesen und blühenden Bäumen verzierten die Landschaft. Ich glaubte sogar, einen kleinen Wald zu sehen. „Du solltest reingehen.“ Erschrocken drehte ich mich um und sah in seltsam grüne Augen. Der Junge vom Eingang. Ich warf ihm nur einen nüchternen Blick zu: „Danke fürs erinnern.“

Nun starrte ich die Holzvertäflung der rechten Seite des Ganges an, eine große Tür stand offen, der Junge darin. Langsam und ohne einen weiteren Blick auf ihn zu werfen betrat ich die große Aula. Die Decke war mindestens 6 Meter hoch und in regelmäßigen Abstanden leuchteten dort große Leuchter, die sehr stilistisch aussahen. Darunter befanden sich die Mensatische an denen von zwei bis zehn Personen sitzen konnten. Eine kleine Brüstung stufte den Eingang zum eigentlichen Aulateil ab und zwei Treppen führten links und rechts hinunter. Auf der linken Seite erstreckte sich von einer Ecke zur anderen ein Buffet, angefangen mit Salaten über Hauptgerichte und Desserts. Das war alles kein Vergleich mit meiner Schule in Brooklyn, in deren Aula jeder über jeden stolperte. (Was andere – nebenbei bemerkt – nicht im geringsten störte. Ich sage keine Namen!)

„Es ist was anderes als normale Schulen.“

Als ich ihn ansah, lächelte er mir zu, deutete dann aber auf zwei leere Plätze in der Mitte. Mit einem leichten Zögern, dass von einem mir bekannten, aber unangenehmen ziehen in meiner Magengegend hervorgerufen wurde, folgte ich ihm zu dem Tisch, an denen vier Jungs – die aus seiner Clique – und zwei Mädchen saßen. Niemand beachtete mich, wofür ich ,weiß Gott wie sehr, dankbar war. Kaum saßen wir, wurde ich von alle nochmals gründlich gemustert. Als müsste an mir irgendetwas auffallen! Mensch, in Ruhe lassen sollen sie mich.Doch urplötzlich schien ich wieder uninteressant zu sein und alle Blicke wandten sich in Richtung Eingang.

Dort stand ein Mann, der kaum älter war als mein Vater. Er hatte strohblondes Haar und so weit ich das von hier aus sah, goldene Augen. Wie die eines Löwen. Neben ihm stand ein Junge, mindestens 2 Jahre älter als ich und dunkelbraune Locken, die ihm knapp bis unter die Ohren gingen. Dennoch war mir klar, dass das Sohn und Direktor waren. Gott, mussten an dieser Schule alle so fantastisch gut aussehen? Wobei… wenn man bedenkt, dass ich auch eine Schülerin war, könnte man das als Kompliment nehmen.

„Liebe Schüler und Schülerinnen, Liebe Lehrer und Lehrerinnen. Ich begrüße sie nach den einwöchigen Ferien wieder herzlich am Countin-Internat. Ich möchte zwei Bekanntgebungen machen. Die erste wäre, dass Morgan Kentress, der hier neben mir steht, nun offiziell die Schulvertretung abgibt.“ Der Direx sah zu dem Jungen neben sich, der daraufhin sprach: „Also erst einmal wollte ich mich für die vielen Stimmen bedanken und außerdem hoffe ich, dass das Wetter euch keinen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Obwohl es ja zur Zeit kein klassisches Aprilwetter ist.“ Irgendwo lachten einige leise, ich hob nur die Augenbrauen.

„Des weiteren möchte ich euch eine neue Schülerin vorstellen, die es überraschender Weise außerhalb der Aufnahmezeiten ans Countin geschafft hat: Alice Darcey.“ Kollektives Gemurmel und Blicke, die die Aula absuchten. Darunter auch der leicht irritiert wirkende Blick von Morgan. Ich atmete in Gedanken tief ein und sah hoch. „Ich würde sie bitten, hier hoch zu kommen.“

Mist! Genau das hatte ich vermeiden wollen. Dennoch, was nützt mir jetzt der Rückzug? Wenn ich das richtig beurteilte, würde entweder Mr. – known – as – mysterious oder Mr. – the – best – comedian – ever  zu mir kommen und mich persönlich auf die Bühne schleifen. Also lieber etwas mehr Eigeninitiative zeigen, damit man nicht als scheues, keusches Küken dastand. Letztendlich erhob ich mich (wieder kollektives Geflüstere) und ging langsam die Treppe hoch. Der Direx und sein Sohn sahen mich an, beide lächelten. Auch wenn das von Morgan leicht verkrampft wirkte.

„Ihr Gesamtnotendurschnitt kann ohne Komplikationen mit dem von Jared Prad mithalten und ich freue mich auch sagen zu dürfen, ein neues Mitglied im Fechtklub zu haben.“ Toll, jetzt wusste es die gesamte Schule. Verdammt nochmal! Mein innerer Monolog schien nicht an meiner Aussage teilzuhaben:

„Es kann ja nicht nur sein, dass wir Mädchen uns immer von den Jungs verteidigen lassen müssen. Außerdem kann man denen ruhig mal in den Hintern treten.“ Die meisten kicherten und ich glaubte zu sehen, dass die Jungs verklemmt schmunzelten.

Gerade wollte ich runtergehen, als mich Morgan formerly known as Mr. - the - best - comedian - ever, festhielt und sein Blick mich durchbohrte. Erschrocken blieb ich stehen und starrte vor mich hin. Auf einmal schien der Boden viel interessanter zu sein.

"Kann ich das richtig sehen, oder ist das da ..." Überrascht und mit gerunzelter Stirn sah ich auf und wäre vor Schreck fast nach hinten gestolpert. Vor mir auf dem etwas breiteren Geländer saß ... ja was? Was saß  da? Wenn ich es richtig beurteilte, war es eine Katze, die nur Ziegenhörner trug. Verdutz sah sie mich an. "Du...kannst mich sehen?" Verständnislos blinzelte ich, dann zog mich Morgan mit sich und zischte mir dabei zu: "Pass auf, oder willst du dich vor der gesamten Schule blamieren?" Diesmal musste er unter einem skeptischen Blick leiden: Wovon sprach er da bitte schön? Doch im nächsten Moment begriff ich, dass unser Direx meinte, wir sollten schnellstens in die Klassen. So würdevoll wie es mir möglich war, machte ich mich von Morgan los und sah den Gang entlang: "Ich glaube, ich weiß, wo ich Unterricht habe. Danke trotzdem." Kaum war ich einen Schritt losgelaufen - oder waren es schon zwei? - hörte ich eine bekannte Stimme hinter mir: "Du hast in meiner Klasse Unterricht. Und der ist in der anderen Richtung." Ich biss mir auf die Zunge: Mist!

 

 

Fortsetzung folgt ...

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AliceRion: Da oben ist ein grüner Balken ^^ darin steht: Time Projekt - Bund der Drachen Teil 1, da muss man drafuklicken XD (muss mal weiterschrieben O.O)
heyho: wo ist die richtige geschichte? da ist doch nur die einleitung, oder?
Oh Please!: Bitte schreibt Kommis, egal, wer hier liest XD
Cooles Thema: Ich heiße Alice cool
AliceRion: Yeah! Time Projekt starts!





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